Kein russisches Gas mehr an die EU: Gesetz verabschiedet – Alle Fakten und Folgen 2025

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26. Januar 2026

Kein russisches Gas mehr an die EU: Gesetz verabschiedet – Alle Fakten und Folgen 2025

Die Europäische Union hat einen historischen Schritt vollzogen: Der endgültige Verzicht auf russisches Gas wurde gesetzlich verankert. Nach intensiven Verhandlungen verabschiedete das Europäische Parlament im Dezember 2024 ein umfassendes Gesetz, das die Einfuhr von Gas aus Russland schrittweise beendet. Die Entscheidung markiert einen fundamentalen Wandel in der europäischen Energiepolitik und beendet eine jahrzehntelange Abhängigkeit.

Gesetzliche Grundlagen und Zeitplan des Ausstiegs

Das verabschiedete Gesetz sieht einen verbindlichen Ausstieg bis spätestens Ende 2027 vor. Diese Frist wurde bewusst gewählt, um den Mitgliedstaaten ausreichend Zeit für die Umstellung ihrer Energieinfrastruktur zu gewähren. Das Europäische Parlament bestätigte offiziell die Einstellung der Gasimporte aus Russland und schuf damit eine rechtlich bindende Grundlage für alle Mitgliedstaaten.

Die Europäische Kommission hatte bereits im Vorfeld intensive Vorbereitungen getroffen. Die EU einigte sich auf einen konkreten Fahrplan für den Ausstieg aus russischen Gasimporten, der verschiedene Phasen und Meilensteine umfasst. Der Beschluss wurde von einer überwältigenden Mehrheit der Abgeordneten getragen und demonstriert die Entschlossenheit Europas, energiepolitische Unabhängigkeit zu erreichen.

Widerstand aus Ungarn: Klage angekündigt

Nicht alle Mitgliedstaaten begrüßten die Entscheidung mit gleicher Begeisterung. Ungarn kündigte unmittelbar nach der Verabschiedung rechtliche Schritte an. Die ungarische Regierung sieht in dem Gesetz eine Verletzung nationaler Souveränitätsrechte und befürchtet erhebliche wirtschaftliche Nachteile für das Land. Wie die Welt berichtet, beschloss die EU den endgültigen Verzicht auf russisches Gas, während Ungarn bereits eine Klage ankündigte. Die ungarische Position basiert auf der Argumentation, dass das Land geografisch und infrastrukturell besonders stark von russischen Gaslieferungen abhängig sei.

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Wirtschaftliche und energiepolitische Konsequenzen

Der Verzicht auf russisches Gas stellt die europäische Wirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Bis 2022 bezog die EU etwa 40 Prozent ihres Erdgases aus Russland. Diese Lücke muss nun durch alternative Quellen geschlossen werden. Flüssigerdgas aus den USA, Norwegen und Katar sowie der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien stehen im Mittelpunkt der europäischen Diversifizierungsstrategie.

Die Energiepreise werden voraussichtlich kurzfristig unter Druck bleiben, auch wenn sich die Märkte seit den Höchstständen von 2022 stabilisiert haben. Experten gehen davon aus, dass die vollständige Umstellung bis 2027 mit Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro verbunden sein wird. Diese Mittel fließen primär in den Ausbau von LNG-Terminals, Speicherkapazitäten und erneuerbare Energiequellen.

Infrastrukturelle Anpassungen und Investitionen

Die Mitgliedstaaten haben bereits umfangreiche Infrastrukturprojekte initiiert. Deutschland hat mehrere schwimmende LNG-Terminals in Betrieb genommen, während Polen seine Verbindungen zum norwegischen Gasfeld verstärkt hat. Spanien und Portugal bauen ihre Position als europäische LNG-Hubs weiter aus. Die baltischen Staaten, die besonders stark von russischem Gas abhängig waren, haben ihre Infrastruktur bereits weitgehend umgestellt und beziehen nun Gas über alternative Routen.

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Geopolitische Dimension der Entscheidung

Die Entscheidung gegen russisches Gas ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern vor allem eine geopolitische Weichenstellung. Sie reflektiert die fundamentale Neuausrichtung der europäisch-russischen Beziehungen seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022. Die EU signalisiert damit ihre Bereitschaft, wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen, um politische Unabhängigkeit zu wahren.

Medienberichte unterstreichen die strategische Bedeutung dieser Entscheidung für die europäische Sicherheitsarchitektur. Die Abhängigkeit von russischer Energie wurde jahrelang als Sicherheitsrisiko identifiziert, das nun systematisch abgebaut wird.

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Ausblick und langfristige Perspektiven

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die erfolgreiche Umsetzung des Ausstiegs. Die EU muss sicherstellen, dass die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet bleibt, während gleichzeitig die Transformation zu einer klimaneutralen Energieversorgung vorangetrieben wird. Der beschleunigte Ausbau von Windkraft, Solarenergie und Wasserstofftechnologien spielt dabei eine zentrale Rolle.

Experten bewerten den Zeitplan bis Ende 2027 als ambitioniert, aber realisierbar. Die bisherigen Fortschritte bei der Reduzierung der Abhängigkeit von russischem Gas stimmen optimistisch. Bereits 2024 lag der Anteil russischer Gasimporte in die EU bei unter 10 Prozent, verglichen mit über 40 Prozent im Jahr 2021.

Das verabschiedete Gesetz markiert somit einen Wendepunkt in der europäischen Energiegeschichte. Trotz juristischer Herausforderungen aus einzelnen Mitgliedstaaten und wirtschaftlicher Unwägbarkeiten bleibt die EU entschlossen, den eingeschlagenen Weg der Energieunabhängigkeit konsequent fortzusetzen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Europa diese historische Transformation erfolgreich meistern kann.